Mein 1. Jahr
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Hallo liebe Omas, Opas, Onkels, Tanten, Freude, usw.,

ich bin endlich da! 

Nach kurzer Einleitung und ebenso kurzer Geburt habe ich mich entschlossen, am 11.5.2001 um 3:10 Uhr morgens (!) die Welt zu betreten.
Betreten ist gut. Die haben mich rausgezogen und dann alle festgehalten. Als ob ich in meinem Zustand weglaufen kann. Immerhin hab ich schon 3050 g aufzubieten - Bin aber noch weit weg von meinem Papa - Aber mit meiner 50 cm Größe bin ich ihm schon auf den Fersen.
Kennt einer eigentlich einen guten Friseur? Ich hab nämlich die Haare meiner Mutter und die sind lang. Ich bin ja auch ein Mädchen, denen stehen lange Haare einfach gut. 
Meine Name ist:

 Marlene Sophie Kestenbaum

Liebe Grüße an alle da draußen in der weiten und unbekannten Welt.

Nach und nach habe ich mich an meine Umwelt gewöhnt und ich muss sagen:
Gar nicht so schlecht hier draußen! Man kann sich endlich mal gemütlich hinlegen und entspannt an seinen Fingern nuckeln. War in meiner vorherigen Wohnung nicht möglich. Ich bete nur, dass ich auch hier in der erst mal fremden Umgebung meine Mutter und meinen Vater so trainieren kann, wie es mir schon aus dem Bauch heraus gelungen ist.

Bis jetzt scheint es ja ganz gut zu klappen. Ich muss nur mal kurz zum Schreien ansetzten, da höre ich schon zwei Stimmen und fühle vier Hände, die alles versuchen, um meine Laune wieder zu bessern. Ich geh mal zunächst auf das Spiel ein und bin dann gleich wieder ruhig und schlaf eine Runde weiter. Die Beiden sollen sich erst mal in Sicherheit fühlen. *grins*

Jetzt bin ich schon drei Wochen auf der Welt. Die erste Woche in meinem Leben habe ich ja fast komplett verschlafen. Ich habe in der Zeit auch gar nicht richtig Hunger gehabt, was Mama ziemliche Sorgen bereitet hat. Irgendwie hatte sie wohl zuviel Milch für mich bereitgestellt. Ich musste ihr wohl erst noch das Prinzip von Angebot und Nachfrage näher erklären. Aber nach ein paar Tagen, haben wir uns dann geeinigt und jetzt habe ich den Milchmarkt voll im Griff. Nur das Schlucken muss ich noch üben. Hin und wieder entwischt mir dann doch etwas Milch, besonders wenn ich beim Stillen so am Eindösen bin. Aber das ist ja auch so gemütlich bei Mama. *seufz*

Wenn ich dann zuviel getrunken habe, ist mein Magen randvoll und es geht mir gar nicht gut. Am besten rufe ich dann nach Papa und wenn ich Glück habe, erscheint auch sein Gesicht vor meinen Augen. Dann geht die Post ab. Papa hüpft mit mir durch die Wohnung bis der "böse Gorks" draußen ist. Feine Sache ist das: Umso wilder, desto besser!

Kurz danach geht es dann zum Wickeln. Das ist eines der Dinge, die man wohl als hilfloses Wesen ertragen muss. An- und Ausziehen, waschen und vor allem diese Kälte ist unerträglich. Daher nenne ich den Föhn meinen besten Freund. Ich habe in der ersten Woche so lange geschrieen bis die beiden auf die Idee kamen, den Föhn beim Wickeln anzulassen. Seitdem läuft es. Mir ist warm und die ganze Angelegenheit geht relativ schnell vorüber. Habe jetzt auch nichts mehr dagegen einzuwenden, wenn Papa mir eine Fußmassage verpasst. Ganz im Gegenteil, die entspannt so herrlich... *kicher*

Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist gewaschen werden. Sei es die tägliche Wäsche mit einem feuchten Tuch oder das wöchentliche Bad. Also auf Waschen könnte ich wirklich verzichten. Es ist nass, kalt und absolut überflüssig. Aber aus irgendeinen Grund kann ich das meinen Eltern nicht beibringen. Sie scheinen meine Schreie da einfach zu überhören. Ich glaube manchmal machen sie sich auch lustig über mich. Oder was meint Ihr, warum sie hin und wieder mit Inbrunst in mein Gebrülle einsteigen?

In der 5. Woche meines kleinen Lebens habe ich festgestellt, dass man mit den Augen beweglichen Gegenständen folgen kann und dass dies meine Eltern besonders entzückt! Am liebsten schaue ich den bunten Vögeln meines Mobiles hinter her. Mama hat es über meinem Bett aufgehängt. 

Besonders gute Laune habe ich morgens beim ersten Aufstehen. Dies ist meistens so um die 5 Uhr rum - na ja hin und wieder auch mal um 4 oder sogar erst um 6. Mutti ist dann immer ganz verschlafen, aber ich bin hellwach. Wenn die Milchbar erobert wurde und ich richtig satt geworden bin, dann shaker ich noch etwas mit Mutti. Und das geht ganz einfach: Man muss sie nur mit ganz großen Augen anschauen und ein paar Laute von sich geben, solange bis sie merkt, dass man was von ihr will. Es ist nämlich so, dass Mami hin und wieder um diese Uhrzeit einnickt und nicht sofort merkt, dass ich mit dem Trinken fertig bin. Wenn ich dann aber ihre volle Aufmerksamkeit wiedererlangt habe, dann schenke ich ihr ein Lächeln mit einem kleinen Freudengrunzer. Sofort verzeiht sie mir alle kleinen und größeren Sünden!

In der 6. Woche habe ich mich endlich durchgesetzt, dass diese Hörnchen beim Schlafen einfach störend sind. Ständig sollte ich auf der Seite liegen.. eine Nacht links, die andere Nacht rechts! Dabei ist das absolut unbequem. Ich schlafe am liebsten auf dem Rücken, die Arme nach oben und die Beine weit von mir gestreckt. Da kann ich so ein Hörnchen einfach nicht gebrauchen. Zuerst haben sie mir ja das Hörnchen meines Cousin Sami in den Rücken gelegt. Das ist ziemlich klein und ich kann es ruckzuck wegschieben. Dann dachten Mutti und Papi, das Hörnchen von meinem Freund Floh ist größer und wird mir mehr Schwierigkeiten bereiten. Weit gefehlt! Das ist zwar länger, aber viel leichter und ich habe mich sofort darunter geschoben und mit ihm einen fairen Zweikampf ausgefochten. Außer Frage, wer da gewonnen hat! (Es ist noch am selbigen Abend wieder zu seinem Besitzer zurückgebracht worden *g*.) Dann dachten die beiden, sie seien besonders clever und legen mir diese miteinanderverbundenen Dreiecke ins Bett. Diese sind für besonders aktive Kinder gedacht. Aber für mich kein Problem... ich bin einfach drübergerollt und habe mich daneben gelegt.  Ich brauche meine Freiheit!

Mit 7 Wochen haben Mama und Papa mich zum Arzt gebracht für die U3. Das sind diese Vorsorgeuntersuchungen bei uns kleinen Kindern, bei denen kontrolliert wird, ob wir uns "zeitgemäß" entwickeln. Als ob dies anzuzweifeln wäre! *hmpf* Ich hab meinen Eltern auch gleich gezeigt, wie ich mich innerhalb kürzester Zeit entwickeln kann und sechs Zentimeter in der Länge und über ein Kilo im Gewicht zugelegt. Sprich: Ich bin 56cm lang und 4280g schwer! Was glaubt Ihr, was die beiden für Augen gemacht haben. Aber sie wollten in den vergangen Wochen ja nicht zuhören, wenn ich ihnen lauthals mitgeteilt habe, dass ich wachse. Erwachsene scheinen immer nur etwas zu glauben, wenn sie es schwarz auf weiß sehen.

Um die 10. Woche fängt man an, festzustellen, dass die Welt nicht eine Einheitssuppe ist, sondern aus verschiedenen Zutaten besteht. Das stellt mein gesamtes bisheriges Weltbild auf den Kopf. So habe ich seit einigen Tagen meine Hände entdeckt, die sogar nach meinem Willen handeln, sofern ich es fertig bringe, ihnen meinen Willen mitzuteilen. Das ist gar nicht so einfach und ich gebe zu, ich verliere dabei nicht selten die Geduld! *knotter* Aber es bringt mich schier zur Verzweifelung, wenn ich diese interessante Rassel in Papas Händen sehe und ich genau weiß, ich muss nur die Hand danach ausstrecken und zupacken, um sie mein Eigen nennen zu können; doch statt die Rassel in meinen Fingern zu halten, mache ich eine unkontrollierte Bewegung durch die Luft! Wenn ich Glück habe, streife ich wenigstens mit meinen Fingern für einen Bruchteil einer Sekunde die Rassel, worüber Papa sich anscheinend tierisch freut, ich hingegen finde es nur frustrierend!

Am Sonntag, den 22. Juli habe ich die Entdeckung  gemacht, dass ich mit meiner Faust Cedrics Flieger anschuppsen kann und dieser dann anfängt, zu pendeln. Das finde ich so etwas von spannend!  Nach dieser Entdeckung stellte ich fest, dass es noch viel mehr Spielsachen gibt, die da vor meiner Nase scheinbar nur darauf warten, angestuppst zu werden. Manche von denen bimmeln oder quieken sogar.

In der 11. Woche wurde unser, d.h. Papas und mein Zimmer umgeräumt. Papa wohnt jetzt nämlich voll und ganz bei uns. Somit kamen auch seine Mülheimer Möbel nach Gießen. Somit musste mein Schaukelbett in die Ecke, um einer Bettcouch Platz zu machen. Jetzt hängt nicht mehr das tolle Vogelmobile über meinem Kopfende und das fand ich gar nicht toll. Daher haben Mutti und Papi mir heute ein Mobile geschenkt, das am Bett befestigt wird, Musik macht und sich sogar dreht. Ich bin begeistert! Solange es sich dreht, lache ich und singe ich mit. Nur hört es nach einer Weile einfach auf. *hmpf* Ich habe aber festgestellt, dass wenn ich genügend strampele, ich das Mobile durch die Schaukelbewegung des Bettes zum Bewegen bekomme. Dabei ist mir dann der Musikball unter die Füße gerollt und wenn ich richtig drauftrete, habe ich sogar Musik, ohne dass Mami und Papi die Spieluhr des Mobiles aufziehen müssen! Ha, ich weiß halt wie es geht!

14. Woche: Man hat mir erzählt, dass alle Kinder irgendwann einmal im Leben vom Wickeltisch fallen. Was alle machen, mach ich jedenfalls nicht. Außerdem ist der Wickeltisch viel zu hoch. Ich habe mir für meinen ersten Flug da lieber Papas Schoss ausgesucht. War gar nicht so schlimm. Hatte ne fette Beule am Kopf und nach einer Stunde war alles vorbei. Im Gegenteil, meine Laune war bestens. Nur die von Mama und Papa nicht. Die sind gleich mit mir ins Krankenhaus und haben mich durchchecken lassen. Aber hätte ich ihnen gleich sagen können, dass alles in Ordnung ist. Wenn die beiden immer so einen Aufstand machen, wenn ich mal Flugstunden nehme... na das kann ja heiter werden! 

Am 15. August habe ich mit meinen drei Monaten meine Leidenschaft zum Schwimmen entdeckt. Mutti geht mit mir zum Babyschwimmen. Ich habe einen ganz feschen Badeanzug, den ich Euch mal präsentieren werde, sobald ich wirklich reingewachsen bin. Naja, im Moment ist er noch etwas groß. Aber immer noch besser als diese Frotte-Liebestöter meiner männlichen Mitschwimmer. Männer haben wirklich keinen Geschmack! *augenroll* Auf alle Fälle habe ich mich schon lange nicht mehr so gut amüsiert. Nur danach war ich so fix und alle, dass ich erst einmal 4 Stunden am Stück tief und fest geschlafen habe. Nicht einmal mein Hunger konnte mich wecken. Und das soll was heißen!

Ansonsten bin ich kräftig dabei, das Drehen meines Körpers zu üben. Aber fünfeinhalb Kilo müssen erst  einmal in Bewegung gebracht werden! *schnauf*

Mit dreieinhalb Monaten scheint das schöne Leben ein Ende zu haben. Irgendetwas in meinem Mund tut höllisch weh und ich verstehe es nicht. In meiner Verzweifelung bleibt mir nichts anderes übrig als zu Schreien. Ich will ,dass es aufhört und zwar sofort! *wimmer*

Heute ist es so weit! Am 25. August habe ich meine erste Rücken-Bauch-Kopfheb-Bauch-Rücken - Rolle vollbracht! Aber anstatt mich zu freuen, habe ich mich tierisch erschrocken. Was passiert hier? Ich liege nicht mehr dort, wo Mama und Papa mich hingelegt haben. Warum stoße ich mir plötzlich den Kopf an meinem Spielecenter? UND WARUM freuen sich meine Eltern so darüber????? Ich will auf den Arm genommen werden - da kenne ich mich aus.

Am Ende meines dritten Monats war es wieder Zeit für den Baby-TÜV: Ich musste zum Arzt. Der Doktor war zwar ganz nett, aber er hatte einen entschiedenen Fehler gemacht. Er hat mich warten lassen. Warten als solches wäre ja nicht so schlimm gewesen, aber das auch noch nackt. Es war einfach viel zu kalt und ungemütlich in dem Untersuchungszimmer. Als er nach einer Ewigkeit endlich kam, war Mama fast eingeschlafen und ich plärrte auf Paps Arm. Selbstverständlich hatte ich dann gar keine Lust mehr, mich untersuchen zu lassen. Aber ich wurde natürlich nicht gefragt. Auch als man mir in meinen Allerwertesten eine dicke fette Spritze piekste - angeblich wegen wichtigen Impfungen. Dass ich die gar nicht wollte, hat niemanden interessiert. So nimmt man also Rücksicht auf die kleinen Bedürfnisse! *pah* Dafür strafe ich jetzt Mami mit nächtlichem Aufwachen. Mal jage ich sie um 2 Uhr nachts raus, mal morgens um fünf und manchmal zu beiden Zeiten. Gerade wie ich Lust und Laune habe. Ich muss nämlich auch nicht immer auf die Rücksicht nehmen.

An dem Tag als ich vier Monate werde, sind meine Eltern ziemlich aufgeregt. Der Fernseher läuft ab drei Uhr nachmittags und eine merkwürdige Stimmung herrscht zu Hause. Ich bin ganz lieb und versuche mit Lachen Mama und Papa abzulenken. Ich sitze fast die ganze Zeit auf Mamas Schoss und sie hält mich ganz fest. Manchmal ist es wirklich ganz gut, so klein wie ich zu sein!

Am 24. September bin ich das erste Mal in meinem Leben geflogen und ich habe es überlebt! Die fünf Tage Italien waren zwar sehr stressig, was kein Wunder ist, wenn 13 Familienmitglieder unter einem Dach leben und alle glauben, mir erzählen zu müssen, was das Beste für mich sei. Aber wozu hat man eine Stimme, wenn nicht, um lauthals kund zu tun, dass man seine RUHE haben will.

So, man merkt, dass meine Eltern wieder mehr arbeiten als früher: Sie haben nämlich keine Zeit mehr, mein Tagebuch auf dem aktuellen Stand zu halten! Mama wurde im Oktober in die Firma zurückbeordert und sitzt jetzt wieder die ganze Zeit am Schreibtisch, Papa ist in den letzten Klimmzügen seiner Doktorarbeit und ist dann auch bald von Montags bis Freitags nicht mehr zu Hause. Deshalb kommt die Baba auch montags, dienstags und freitags, damit wenigstens einer sich mit mir beschäftigen kann. Zwischendurch dann auch noch die Omi und manchmal habe ich dann das Omadoppelpack zur Verfügung. Man nennt das dann Babalomi-Tag. Das ist überhaupt der beste aller Tage!

Ja, *seufz* und weil Mama nun wieder 3/4-tags arbeiten geht, musste ich abgestillt werden. Am 1. Oktober 2001 bekam ich meine erste Milchflasche zum Schlafengehen. Fünf Tage später meinen ersten Kartoffel-Karotten-Brei. Sechs Löffel gaben sie mir zu essen. Zuerst war ich ja wenig begeistert, aber schon zwei Tage später habe ich 215ml von Mamas selbstgekochten Brei in  genau 15 Minuten verspeist - und wehe, Mama schiebt nicht schnell genug nach! Breiessen macht Spaß, Breipanschen noch viel mehr, nur leider bekommt man so selten die Gelegenheit dazu. Hingegen Früchtebreiessen ist ein Qual - viel zu gesund! Außerdem sind da Stückchen drin, die Spucke ich viel lieber Omi ins Gesicht zurück. Aber nachdem so viele Personen auf mich aufpassen, wurde ein Tages- und Wochenplan für mich erstellt. Ob das das Wahre ist???

Mein TÜV im 6. Monat ergab, dass ich nur 62 cm und 6400g schwer sein soll. In den Durchschnittsdaten heißt das, das ich klein und kräftig bin. *hm* Schaut Euch meine Bilder im 6. Monat an... das ist ne glatte Lüge!!! *motz* Langsam glaube ich, dass mein Arzt nicht richtig messen kann. Der unterschlägt doch da einige Zentimeter! Wie auch immer ich bin fit wie ein Turnschuh und darf jetzt sogar Fleisch und Ei essen!

Nach 6 Monaten meines Lebens habe ich beschlossen, das Sitzen nun selbständig zu üben. Zwar klappt es nur in eine Sofaecke oder in der Schaukel, aber ich bin fähig mich nach vorne zu beugen und ohne Hilfe mich aufzurichten! *freu*

Ich fange an, "mama" zu sagen und alle freuen sich, aber eigentlich weiß ich nicht so genau warum. Ich prabbel doch nur so vor mich hin. Und wenn ich "pep" sage, ist Papa ganz aus dem Häuschen. Fühlen die sich etwa angesprochen???

Das mit dem Mama hat sich dann doch ziemlich schnell im Sande verlaufen. Während ich mit 7 Monaten ohne zu zögern Papa, Baba, Apa sage, habe ich Mama ganz einfach in "hemn!" umgewandelt. Es ist einfach so, dass ein fordernder Unterton doch eher zum gewünschten Erfolg führt.

Zu Weihnachten habe ich meinen eigenen Hochstuhl bekommen. Jetzt esse ich mit Mama und Papa an einem Tisch. Das macht Spaß! Ich mag besonders den Pizzarand mitnaschen. Auf Opas Bauch fühle ich mich mittlerweile auch super wohl. Der wackelt so schön! *verrat*

Dann waren wir noch im Winterurlaub. Die Bekanntschaft mit so weißen Federn, die eiskalt und ziemlich unangenehm auf meiner Haut sind, war nicht so mein Ding. Noch weniger konnte mich Mama davon überzeugen, dass Schlittenfahren Spaß macht. Ich habe es mehr ertragen und hingenommen als dass ich es als eine entspannende und lustige Veranstaltung hielt. Im Hotel war ich der Star unter den Stars. Während die anderen nämlich aus Sport und Fernsehen bekannt waren, habe ich mir dort meinen ganz eigenen Namen gemacht. Tja, mit einem Lächeln geht eben alles und schließlich muss man doch seinem Namen alle Ehre machen, nicht wahr?!

Am Ende meines 8. Monats plage ich mich nun wirklich mit dem Zahnen. Ganz vorne sind unten die ersten beiden Schneidezähne deutlich zu erkennen, aber sie wollen einfach nicht raus. Himmel, wie lange dauert das denn noch. Ich bin langsam diese Lutscherei auf Brotkrusten satt!
Nebenbei übe ich mich auch in Fortbewegungstechniken. Mit dem Krabbeln habe ich es zwar nicht so sehr - ehrlich gesagt, interessiert mich diese Disziplin überhaupt nicht -, aber mit dem Robben komme ich zufrieden stellend zurecht. Was mich persönlich ja besonders interessiert, ist das Aufstehen und Gehen. Daran übe ich nun täglich. Erste Erfolge sind bereits zu begutachten - Mama und Papa nehmen ja immer gleich alles auf. *Augen roll*

Am 20. Januar 2002 kamen meine ersten zwei Schneidezähne raus! *häschengrins* und in den folgenden drei Wochen meldeten sich auch die oberen beiden sowie die Eckzähne! Zwar sind noch nicht alle draußen, aber zur Zeit macht der obere Schneidezahn eindeutig das Rennen!

Und was noch viel besser ist! Seit dem 8. Februar 2002 krabbele ich wie ein Weltmeister. Nun geht der Spaß hier erst richtig los: die erste Woche habe ich erst einmal die allgemeinen Wege erkundet. Danach habe ich festgestellt, wie viele Räume es gibt und dass ich jetzt selbst entscheiden kann, wohin ich gehe. Also, ich meine, wenn ich jetzt hier unter Mamas Schreibtisch sitze und es mir zu langweilig wird, weil sie ja unbedingt mein Tagebuch für mich schreiben muss, kann ich einfach so, weil ich mir das jetzt so ausdenke, mich nach vorne fallen lassen, um mich dann aufzurappeln in diesen "Vierfüßlerstand". Von dort aus, kann man mit etwas Schwung einfach loskrabbeln und zwar mit etwas Glück, ohne den Türrahmen mitzunehmen, um die Ecke, quer über den Flur in mein eigenes Zimmer! Und dort kann ich mich dann einfach auf meinen Hinterfallen lassen. Voilà, hier bin ich! *strahl*
Aber ich muss zugeben, dass es sehr anstrengend war, deshalb verratet mich nicht, wenn ihr mich erschöpft an Ort und Stelle auf dem Boden schlafen seht!

Im übrigen möchte ich mal mitteilen, dass vier Wochen nach meinem ersten Zahn ich bereits sechs Zähne vorweisen kann: zwei unten und vier oben. Ha, das soll mir mal jemand nachmachen!

Anfang April - nein, es war kein Aprilscherz! - stellte ich erfreut fest, dass man kleine runde und eckige Klötze durch ebenso kleine runde und eckige Löcher schieben kann. Diese Feststellung hat meine Welt derart verändert, dass ich nun versuche überall Dinge durch Löcher zu stecken, hin und wieder auch mich selbst.

Am 11. April wurde ich 11 Monate alt. Klingt gut, nicht!? Ich dachte mir, es wäre ein gutes Datum, um mal meine eigenen Schritte zu probieren. Also bin ich vom Couchbeistelltisch zum Couchtisch gelaufen - so ganz nebenbei, als hätte ich das schon mein ganzes Leben getan. Na ja, wir müssen ja niemanden verraten, dass es nur zweieinhalb Schritte waren. Aber immerhin! Mal sehen wie lange es noch dauert, bis ich meinen beiden zweibeinig verfolgen kann. ;-)!

Tja und es hat nicht einmal einen ganzen Monat gedauert, bis ich mir bewusst wurde, wie vorteilhaft das aufrechte "Krabbeln" sein kann. Daher beschloss ich am 3. Mai 2002 meiner Mama in die Arme zu laufen. Es war eine tolle Idee, die ganze Aufmerksamkeit galt allein mir! Und dann wurde ich gelobt und besungen und geknuddelt - ich war der Held des Tages. Nun, wie das eben so ist mit Helden, die fallen auch manchmal tief oder sagen wir besser hart. *seufz* Irgendwie fühle ich mich ziemlich verbeult. Mit einem blauen Auge und einem blauen Wangenknochen könnte man glatt meinen, ich sei in eine Schlägerei verwickelt gewesen. Nun, im Grunde war das auch so. Der Tisch hat sich mir zweimal einfach so in den Weg gestellt! Aber ich habe gewonnen, denn ich laufe jetzt schon viel besser! Deshalb habe ich Papa auch nach der Arbeit sofort begrüßt, in dem ich ihm in die Arme lief! *genieß*

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Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009