Mein 3. Jahr
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Mein drittes Lebensjahr beginnt mit vielen neuen Erfahrungen! Mitunter auch der Tatsache, dass meine Familie meint, windellos wäre das Leben schöner und ich solle sauber werden. -- Aber ich sehe gar nicht ein, dass ich das in diesem Lebensjahr mir als Ziel setze!

Dennoch habe ich einen Deal mit meinen Omis gemacht: Für jeden erfolgreichen Töpfchengang gibt es Gummibärchen zur Belohnung. Und am 09.06.03 war es dann soweit: Ich ging alleine auf den Topf, aber nur wenn keine Windel angezogen war. Alle waren mächtig stolz.

Im Juni musste ich leider auch schmerzhaft feststellen, dass Hummeln stechen, wenn man sie anfassen will. Seitdem sage ich zu allen Tieren, die ich beobachte "Die tut nix, die tut nix, die ist ganz lieb, die tut nix...", vielleicht tut sie ja wirklich nichts!

Wenn Mama und Papa am Abend Fernsehschauen und das Programm gefällt mir nicht, dann gehe ich auch gerne mal selbstständig ins Bett ohne dass sie aufstehen müssen. "Ich sag einfach gute Nacht und geh auf mein Zimmer." Im eigenen Bett ist einfach gemütlicher!

Anfang Juli begann ich dann sportlicher zu werden. In die Luftspringen wurde geübt und der Purzelbaum wurde dann auch alleine gepurzelt.

Kurz vor Opas Geburtstag versuchte ich es dann auch, mit Unterhose das Töpfchen rechtzeitig zu erreichen. Das ist ganz schön schwer, das alles zu koordinieren. Aber hin und wieder klappt es schon..

Und hier mal eine kleine Anekdote:

Ich fand eine Tube Creme und fragte Mutti, ob es meine wäre. "Nein, die ist für alte Frauen.", antwortete Mutti. Und ich stellte fest: "Die ist für Mama." Ich verstehe gar nicht wieso sie so dumm geschaut hat... *grins*

Meinen Lieblingsonkel würde ich zur Zeit am liebsten dauernd um mich haben, aber Onkel Michael ist nie da, wenn ich ihn anrufen will. Ich hab Onkel Michael ganz doll lieb und "Er kommt bald wieder." --> einer meiner Lieblingssätze.

Seit August ist mein Lieblingssatz: "Lass mich in Ruhe". Ich verstehe gar nicht wieso die Erwachsenen immer so entrüstet sind, das ist doch eine klare Aussage oder nicht?

September: In Mamas Bauch schläft ein Baby, jedenfalls glaube ich, dass es schläft, weil es nie antwortet wenn ich frage. "Wie geht's dir? Kommst du raus?". Manchmal sitze ich dann trotzdem vor Mamas Bauch und erzähle ihm was, wie zum Beispiel:

"Hallo, Baby. Geht es dir gut? Ich habe die Milch für dich gefunden. Wenn du raus kommst, zeig ich dir, wo sie ist. Die schmeckt gut. Schlaf gut."

Ansonsten mache ich Mama und Papa eine schwere Zeit. Ich finde Busse, Flugzeuge und Autos einfach sehr beängstigend. Das Aufwachen fällt mir schwer und ich finde mich dann manchmal so wenig zurecht, dass ich vor lauter Stress richtige Schreikrämpfe bekomme.

Auf der anderen Seite macht es auch Spaß Mama und Papa so richtig an der Nase herumzuführen.

Mein Zimmer ist gelb gestrichen worden und ich habe eine Bett mit Rutsche bekommen. Aber ich mag noch nicht drin schlafen, auch weil Mama mir gesagt hat, dass ich das erst darf, wenn ich bereit wäre mein - MEIN - Bett an das Baby abzugeben. Ich verstehe gar nicht was sie mir damit sagen will!!!?!!!
Auf alle Fälle bin ich jetzt sehr stolz auf mein neues Zimmer. Und jeden den ich treffe frage ich: "Darf ich dir mein Zimmer zeigen?" Und dann lasse ich die Gäste rein und mach schnell die Tür dahinter zu, damit sie nicht mehr rausgehen können! Ein eigenes Zimmer ist wirklich was Feines.

Mit Oma lese ich immer Zeitung. Ich suche dann nach den Buchstaben. Meine Lieblingsbuchstaben sind S und O. Wenn ich dann mit Oma Zeitung lese, frage ich sie manchmal, ob sie denn auch die Buchstaben gefunden hat.

Während Mama und Papa mal fünf Tage in Wales ausspannen waren, habe ich meinen ersten Urlaub bei Oma und Opa und Baba gemacht. Hach, war das schön, so verwöhnt zu werden! Und ich durfte die ganze Zeit im großen Bett mit meinen Omis schlafen. Mit dem Tiger habe ich mich nun das erste mal richtig angelegt. Ich wusste gar nicht, dass der so scharfe Krallen hat! *äug* Aber ich geb es ja zu, ich habe ihn auch immer wieder gereizt.
Aber ich muss Euch sagen, dass ich letztlich dann heil froh war, als es wieder nach Hause ging. Das eigene Bett, die eigenen Mama und der eigene Papa sind doch das liebste auf der Welt!!!

Ich habe mich nun auch endlich durchgerungen, dass mein Bruder mein altes Bett bekommt und ich dann in das Hochbett einziehe. Es fiel mir ja am Anfang nicht so leicht, hier einfach mein Gebiet abzugeben, aber wenn er dann mal aus Mamas Bauch rauskommt, soll er mein Bett ruhig haben. *nick*

So, Mama muss jetzt mal im Kindergarten anrufen, wie es um meinem Platz aussieht. Schließlich will ich ja im Januar endlich zu den "Kindern" - also drückt mir die Daumen!!

Ach bevor ich es vergesse, hier noch ein Spruch: "Nein, du fährst jetzt links!" (Links gab es zwar nicht, aber man kann ja Papa mal beim Fahren ein paar Anweisungen erteilen, oder?!)

Dieses Weihnachtsfest bekomme ich wenigstens jetzt richtig mit. Ich weiß, dass der Weihnachtsmann kommt und dass das Christkind die Geschenke bringt. Es gibt aber auch einen Nikolaus, der Geschenke bringt, vor allem bringt der viele Ostereier aus Schokolade und die versteckt er dann. *zwinkernd nickend* 

Papa hat Raketen knallen lassen und ich hatte Angst. Aber der Cedric der hatte noch mehr Angst. Ich hatte nur einbißchen Angst. Die Raketen waren ganz bunt. Und wenn mein 'P'ruder rauskommt, dann kann er mit mir im Bett kuscheln und wir können zusammen spielen.

Wenn es schneit, kommt der Weihnachtsmann, dass weiß ich auch, ich verstehe nur nicht, warum es jetzt im Januar schneit und er nicht kommt und Geschenke bringt. Und die Frage nach dem Warum kann mir auch keiner zufrieden stellend beantworten. Warum.... ja, das ist so mein Lieblingsfragewort! Alternativ dazu noch: Warum nicht?
Ich habe nur das Gefühl, dass meine Eltern es nicht so besonders mögen.

Mit meinem Kindergartenplatz hat es leider nicht geklappt. Ich habe die Zusage erst für den 1. September bekommen. Aber das hat auch etwas für sich, schließlich bin ich dann auch noch länger mit meiner Baba und Omi zusammen. Seit Anfang Februar schlafe ich jetzt im Hochbett. Das ist richtig schön, weil Mama auch Kuscheln kommen kann. Das sieht sehr lustig zur Zeit aus, wenn Mama mit dem dicken Bauch das Bett hoch- und runterklettert. Papa hofft dann immer, dass sie nicht stecken bleibt. *grins*

Ich mag es sehr, meinen Kopf auf Mamas Bauch zu legen und meinem Bruder zuhören. Ganz toll finde ich es, wenn er dann ausschlägt und mein Kopf richtig in die Höhe fliegt. Manchmal schläft er aber auch, dann muss ich ihn schon kräftig wachrütteln. Schön ist es auch, einfach sich auf Mamas Bauch zu legen und mit ihr und meinem Bruder zu kuscheln. Trotzdem bin ich schon gespannt, wenn er endlich rauskommt. Dann kann ich ihm zeigen, was für tolle Spielsachen wir in unserem Zimmer haben. Mein altes Bett ist jedenfalls schon zur Wiege umgebaut und wartet auf ihn. Und wie man Carl, den Spieluhr-Eisbär, aufzieht, das weiß ich auch schon. Mit Mama habe ich zusammen meine alte Schnullerkette repariert. Die kann er jetzt auch haben. *voller Vorfreude*

Nachdem die Erwachsenen auch begriffen haben, dass ich die Farben kenne, verwirre ich sie jetzt immer mit Buchstaben. Zum Beispiel habe ich letztens vor dem Papiereimer gestanden, wo "Papier" draufstand und habe zu Omi gesagt: "Papi" Aber ich kenne schon ganz viele Buchstaben: E wie Esther, A wie Anka, M wie Marlene, P wie Papi, H wie Heidi, W wie Walter, S wie Sophie, O wie Omi, B wie Baba und einige andere kenne ich auch, aber ich muss das den Erwachsenen ja nicht auf die Nase binden. *fg*

Februar 2004 ist geprägt durch ein Fragewort: Warum/Warum nicht?
Ihr solltet das einmal ausprobieren: Einfach auf jede Antwort "warum?" bzw. "warum nicht?" fragen, egal ob es passt oder nicht, ob es logisch ist oder nicht oder ob man sich selbst dabei hinterfragt. -- Die Reaktionen Eures Gegenübers sind wirklich interessant. *breitgrins* Ansonsten liebe ich es, das Telefon abzunehmen und mit den Anrufern zu telefonieren. Gerne teile ich ihnen mit, dass mein Bruder gar keine Lust hat rauszukommen. Ich glaube mittlerweile auch gar nicht mehr so richtig dran, dass der noch einmal rauskommt - so viel Zeit wie der sich lässt. Viel gibt es zur Zeit bei mir nicht zu erzählen. Alles bereitet sich auf meinen Bruder vor. Mama kann man auch nur noch kuscheln, wenn man sich damit begnügt, dass man mit dem Bauch kuschelt, so dass ich mich lieber auf Papa konzentriere... *grins*!

Ab März muss ich meine Petruskrabbelgruppe verlassen, weil ich dann zeitgleich mit den großen Jungs Schwimmen habe. Das finde ich sehr schade, hoffentlich findet sich da noch eine Lösung.

Mama hat einen Kompromiss geschlossen. Schwimmen fängt um halb drei an und dann kann ich "meine Freunde" doch noch sehen, wenn auch nur kurz! Jedenfalls finde ich das ganz toll und besonders deshalb, weil die Baba jetzt immer mit mir zum Schwimmen geht.

Meine Eltern fordere ich im Moment mit einer ausgeprägten Fantasie heraus. Draußen bei uns im Garten gibt es ein Krokodil und einen Löwen, die Mama und Papa zu meiner Zufriedenheit immer vertreiben müssen. Und ich stelle hohe Ansprüche! Hin und wieder habe ich auch meinen Freund Paps zu besuch oder ich bin ein Tier, vorzugsweise ein Küken, ein Hündchen oder ein Hase. Ich finde das Spiel toll! *g*

Jetzt, wo mein Bruder kommen soll, hat sich Papi Urlaub genommen. Das finde ich klasse, weil dann bemalt er mit mir Ostereier. Das hat er mir versprochen! Und wenn Ostern ist, dann ist es auch bald Mai. Das ist schön, weil am 11. Mai da habe ich Geburtstag! Deshalb frage ich Mama auch wöchentlich, ob wir schon Mai haben.

Hu! Am 16. März ging's bei uns ja richtig chaotisch zu. Wir sind recht spät - es war 8:30 - an diesem Dienstag aufgestanden. Eigentlich auch nur, weil ich meine Milch haben wollte und solange genervt habe, bis schließlich wenigstens meine Mutter sich meiner erbarmt hat und aufstand. Papa hingegen meinte noch, er wolle heute mal ausschlafen, drehte sich um und zog die Decke über den Kopf. Da wußte ich gleich, mit dem ist nix mehr anzufangen.
Mama machte mir also die Milch und verschwand im Bad. Ein paar Minuten hörte ich sie aus dem Bad feststellend: "Harry, ich glaube, ich habe einen Blasensprung...". Nicht, dass ich eine Ahnung hätte, was das wäre, aber es hatte eine phänomenale Wirkung:

Papa stand in Sekundenschnelle wie eine Eins nicht nur im Bett, nein sogar hell wach im Bad und antworte: "Ok, ich bin wach."

Dieser Satz von Mama muss irgendeinen Zauberspruch gewesen sein. Noch NIE habe ich meinen Papa so schnell auf den Beinen gesehen!

Merkwürdiger Weise ging es dann recht ruhig weiter. Mama und Papa sind zum Doktor gegangen, um nach meinem Bruder zu schauen und ich bin mit Oma - die kam nämlich zufällig auch gerade zu diesem Zeitpunkt bei uns vorbei - in die Firma gefahren. Später hat Oma mich mit nach Lieblos genommen und nach dem Mittag hat Mami angerufen und erzählt, dass mein Bruder nun endlich da sei. Wurd' ja auch mal Zeit, nicht?!

Mit Omi bin ich dann am nächsten Tag auch gleich hingefahren. Das war ja schrecklich aufregend, aber auf der anderen Seite auch irgendwie etwas enttäuschend. Der hatte Füße und konnte nicht laufen und Hände und konnte nicht spielen. Außerdem hat er nen Mund und das einzige was da rauskam war Geplärr, was sich wie ein Ferkelchen anhörte. Kann man sich das vorstellen? Nicht einmal vernünftig schreien konnte der.

Bis Mamas Entlassung kam dann die Baba zu uns und zwischendrin bin ich mit Papa immer wieder ins Krankenhaus gefahren, um die Mami zu besuchen. Die habe ich ja schon ziemlich vermisst. Ich bin froh, dass die jetzt wieder gesund ist und nach Hause gekommen ist. Ich hab dann auch gleich ein Mittagsschläfchen mit ihr zusammen gemacht und sie ganz doll liebgehalten und sie geküsst. Auf die Augen, Ohren, Wangen, Nase, Stirn, Mund, Kinn und gestreichelt habe ich sie bis wir beide eingeschlafen sind - das war schön! 

An meinen Bruder, also an Moritz Samumel -- ja, ich weiß, das ich das noch nicht richtig aussprechen kann, aber warum haben sie ihm auch so einen schweren Zweitnamen gegeben? --,  habe ich mich recht schnell gewöhnt. Nur aus meinem Zimmer schmeiß ich ihn raus, wenn er nachts zu laut rumquäkt. Ich meine, der versteht einfach nicht, wenn ich theatralisch meine Decke über den Kopf ziehe und laut seufze, dass er dann gefälligst still sein soll. Dann muss er eben damit leben, dass ich nach Mama rufe: "MAAMAA, nimm - IHN - mit!" Merkwürdiger Weise funktioniert das auch. (Ok, ich gebe es zu, mittlerweile habe ich mich an diese nächtlichen Störungen gewöhnt und ich werf' ihn auch nicht mehr raus... aber die ersten Nächte waren wirklich schlimm!) 

Ansonsten ist DER ganz ok. Ich darf ihn halten, wann immer ich will und das ist auch ganz schön. Einbisschen langweilig, aber für den Augenblick doch recht angenehm. Und Mami hat mir versprochen, dass er wirklich irgendwann mal Laufen, Spielen und Reden lernen wird. Hoffentlich dauert das nicht so lange wie seine Entscheidung aus dem Bauch rauszukommen: 10 Monate, man hat der sich Zeit gelassen!

Also ich wollte nur noch mal sagen, dass ich schon klasse bin: am 22. März 2004 bin ich das erste Mal ohne Hilfe ganz alleine geschwommen. Darauf kann ich doch stolz sein oder?!?

Das diesjährige Osterfest hat es mir besonders angetan. Ich beschäftige mich ausgiebig mit diesem Thema. Vor allem in künstlerischer Form. Meine Malfähigkeiten haben einen Sprung nach vorne gemacht und ich male Bilder mit Osterhasen, die sogar als solche erkennbar sind und mit Nestern in denen viel bunte - ebenfalls als solche erkennbare - Ostereier. Dies alles zur Freude meiner Eltern und Omis.

Was zur Zeit allerdings etwas schwierig für mich ist, ist meine Sprachfähigkeit. Die Sache mit meinem Bruder hat mich so aus dem Konzept gebracht, dass ich meine Gedanken nicht immer auf die Sache richten kann und vor lauter Aufregung ins Stottern gerate. Aber mit einbisschen Geduld kommt es dann schon wieder geordnet über die Lippen. Es ist eben schon blöd, wenn die Zunge nicht so schnell ist, wie der Kopf. Was meine Zappeligkeit angeht, so ist sie besser geworden, aber immer noch nicht wirklich weg. Auch das Zuhören fällt mir schwer. Ich bekomme manchmal gar nicht mit, wenn Mama und Papa mit mir reden. Bzw. ich habe Schwierigkeiten mich auf die Worte zu konzentrieren. Dass die aber auch immer ständig irgendwas von mir wollen! *hmpf*

Im übrigen hat Papa mich am 13. April gemessen: 93cm bin ich jetzt groß.

Sprüche im April:

"Mama, du bist ein nettes Kind!"

"Danke, Mama, du bist mein Schätzchen."

"Moritz, du bist ein liebes Baby."

"Lass meinen Bruder in Ruhe. Hörst du nicht, dass er das nicht will."

"Der Papa soll doch nicht arbeiten. Da ist er doch ganz alleine."

"Das macht mich aber ganz traurig." (... dass ich keine Schokolade bekommen habe.)

"Wenn der Papa arbeitet, kauft er mir ein Geschenk."

"Gib nicht so viel, wir brauchen doch auch Geld." (Beim Bezahlen des Pizzaservices)

"Du hast mich gehauen! Das finde ich aber nicht schön." (Nachdem ich an Papa wieder einmal meine überschüssige Kraft abgelassen habe *box, tret, zwick*)

"Aber natürlich."

"Aber mein Papa ist kein Doktor. Er ist doch mein Papa!"

 

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Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009