Michel Simeon
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Mein 3. Jahr
Mein 2. Jahr
Mein 1. Jahr
Michels Ankunft
Geburtsdanksagung
Fotoalbum

 

Bei dir ist die Quelle des Lebens, und 
in deinem Lichte sehen wir das Licht.
[Psalm 36,10]

An meinem 3. Geburtstag hatte ich meinen letzten Kitatag. Ich habe ein Frühstück ausgegeben und Conny hat mir (eine Woche vorher, weil sie leider in meiner letzten Woche schon im Urlaub war) ein großes Buch gebastelt mit all den Fotos meiner 2 Jahre Kitazeit. Wie groß ich geworden bin. Es ist unglaublich. Außerdem hat sie mir einen Einblick in meine 2 Jahre Kita gegeben, denn sie alles ganz genau dokumentiert, was ich so gemacht habe, was ich gelernt habe und was ich für Unarten gezeigt habe. 
Ich werde das hier nicht alles niederschreiben, denn das würde, liebe Leser, Eure Zeit sprengen. Ich finde auch, man sollte nicht so sehr in die Vergangenheit schauen, sondern besser in die Zukunft!

Die Zukunft heißt: Eisbärengruppe. Aber vorher gehe ich mit meiner Familie noch einmal nach Rügen. Dort war ich in den Bodden schwimmen und habe - man glaubt es kaum - tatsächlich endlich Dreiradfahren gelernt. Allerdings hat es eine ganze Zeit gebraucht: 

Die ersten 4 Tage saß ich nur auf dem Trettraktor. Ich habe so getan als ob ich ihn reparieren müsste, damit niemand merkt, dass ich einfach nicht wusste, wie man das Ding zum Fahren bekommt. Aber am 4. Tag war mir das einfach zu blöd. Nach 30 weiteren Minuten Daraufsitzens, stieg ich ab und motzte den Traktor wütend an: "JETZT fahr endlich los!"

Er tat es nicht.

Meine Mama hat mir dann gezeigt, dass es Pedale gibt, die man treten muss. Natürlich wußte ich das auch schon vorher, aber ich war einfach zu faul. Das sieht bei den anderen so einfach aus, aber für mich ist das wirklich anstrengend. Aber jetzt, jetzt bin ich auch schon ganz flott drin und die Sache ist nun endlich erledigt.

Außerdem habe ich seit August das Fläschchen aufgegeben. D.h. ich wurde gezwungen. Von meiner Mutter. Man glaubt es kaum, aber sie hat mich gezwungen, mein aller, aller liebstes Lieblingsfläschchen aufzugeben. Ich soll jetzt Milch im Becher trinken. Ist das nicht ätzend?! Da muss ich ja kontrolliert die Arme bewegen! Das ist mir viel zu schwer. Aber trotz Sitzstreik und lauten Unwillensbekundungen hatte ich keine Chance. Jeden Tag muss ich einen Becher Milch trinken. Die Milch mag ich ja, aber den Becher... also ich finde es nach wie vor eine Zumutung.

Ich fahre auch Likeabike, aber nur sehr langsam. Da bin ich meinem Bruder wohl doch sehr ähnlich.

Der Kindergartenanfang hat gut geklappt.  Mir geht es gut. Ich mische die Gruppe gut auf und man kennt meinen Willen. Ich finde das ist der richte Anfang!

2. September 2009: "Ich liebe Dich, Mama." (Ja, jeder sagt es irgendwann zum ersten Mal. Ich weiß...)

Man soll den Abend nicht vor dem Morgen loben, heißt es doch... Nun, ich war auf dem St. Hildegardfest meiner alten Kita und da war auch meine Conny. Seitdem habe ich schreckliches Heimweh nach ihr und will gar nicht mehr in den Kindergarten gehen. Aber Mama und Papa schicken mich jeden Morgen wieder hin. Zuerst habe ich es hinbekommen, dass ich die Omi für ein paar Tage besucht habe und dann habe ich mich kurz drauf auch gleich bei der Baba eingeladen. Und dennoch musste ich hinterher wieder in den Kindergarten gehen. "Ich bin zu klein für den Kindergarten!", sag ich jeden Morgen, aber keiner hört mir zu. Vor lauter Sehnsucht zu meiner Conny habe ich beschlossen wieder in die Hose zu machen und verweigere meine Milch aus der Tasse jetzt so sehr, dass Mama das Fläschchen wieder rausgeholt hat. Leider hat sie die Sauger weggeworfen. Sie hat mir zwar erzählt, meine Sauger würden jetzt kleineren Kindern gehören, die tatsächlich noch im Flaschenalter sind, aber so ein Blödsinn glaubt doch kein Mensch. Die haben doch auch Mamas, die sich selbst Sauger kaufen können! Ich habe ihr erklärt, dass sie doch Geld aus ihrer Tasche nehmen kann, damit wir im Laden neue kaufen können, aber sie hat doch tatsächlich behauptet, sie hätte kein Geld! Eltern lügen wie gedruckt und merken es noch nicht einmal!!! *schnauf* Nun, wie auch immer sie hat mir so einen grünen, abgekauten alten Hartgummiaufsatz auf mein Fläschchen geschraubt und das war ihr letzter Kompromiss in dieser Sache. "Ich bin sauer."

Wie auch immer, meine Trennungsangst morgens im Kindergarten und meine supertollen Ausreden, warum ich erst "später" in den Kindergarten gehen will, sind gepaart mit meiner Unsauberkeit für Mama und Papa so stressig zuhause geworden, dass sie mich Anfang Oktober mit nach Italien genommen haben. In der Zeit war ich nicht im Kindergarten und folglich war ich ganz sauber und meine Milch habe ich auch getrunken: allerdings nicht aus der Flasche, sondern aus einer kleinen Mokkatasse mit zugehörigem Kännchen. Wenn schon mit Stil!
Onkel Tanja (Abkürzung für Onkel Michael und Tante Tanja) sind auch mitgefahren und ich habe jeden Tag in der Woche davor, Mama angebettelt, dass wir Onkel Tanja anrufen, wann sie kommt. Mama fand es am Anfang noch lustig, aber am Ende wirkte sie irgendwie etwas genervt. Der Anruf bei Onkel Tanja war eben auch einer meiner tollen Ideen im Auto, um nicht in den Kindergarten gehen zu müssen. Ich habe mir auch Bauchweh ausgedacht und Müdigkeit und "Mama, ich hab dich lieb." und "Kuscheln"... aber all das zieht nicht, am Ende bin ich in der Eisbärengruppe und Mama fährt weg. Ich finde es einfach nur blöd, dass keiner auf meine Wünsche eingeht. "Ich will nicht in den Kindergarten!"

 

Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009