Michels Ankunft
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Tia, es ist wieder soweit! Unsere Mama ist schwanger und zwar mit mir. Ich bin Nr. 3 und als Nr. 3 bin ich ne ganz besondere Nummer. *g* Das zeigt sich schon vom ersten Moment an, an dem ich mich entschlossen habe, mich bei Mama so richtig schön einzunisten. Ich sorge für Übelkeit und Kälteempfinden und wenn es das nicht ist, für Müdigkeit und Bauchschmerzen. Ich meine, wenn meine Geschwister sie schon geschont haben, soll sie jetzt mal so alles an Nebenwirkungen mitnehmen, was man als Schwangere so erleben kann. Typisch Löwe eben, denn das ist das Sternzeichen, was ich haben werde. Eine richtige kleine Raubkatze, genau passend für den Stier und den Fisch. *die Krallen schon mal wetz*

Die ersten drei Monate sind um und meine Mama atmet sichtlich auf. Berechtigt, denn ich hab ihr wirklich die Hölle heiß gemacht. Anfang Januar habe ich auch Papas Herz erobert, als er mich nämlich das erste Mal auf dem Ultraschall gesehen hat. Ein kleines Klopfen auf Mamas Bauchdecke und ich habe ihm mal gezeigt, wie agil ich schon bin: Kopfwackeln, mit den Armen rudern und den Beinen strampeln - das konnte ich da nämlich schon!

Jetzt steht natürlich die große Frage an, was ich denn nun eigentlich bin: Mädchen oder Junge? Tia, meine Schwester ist ja der Meinung, dass ich ein Mädchen bin. Andere hingegen meinen, ich sei ein Junge, weil ich der Mama so heftig zugesetzt habe. Doch ich schweige mich dazu erst noch aus. Spannend sollte man es ja schon halten, nicht wahr?

Also ihr müsst Euch schon noch gedulden. Beim Ultraschall in der 15. SSW habe ich lediglich für Verwirrungen gesorgt, aber das ist ja ganz normal in dieser Zeit. Meine große Schwester war mit beim Arzt und mir Hallo gesagt. Ich bin jetzt so groß, dass ich nur noch von der Bauchdecke beschallt werden kann. Und ein hübsches Foto gab's auch, aber ohne Beine. Die passten nicht mehr drauf, dafür sieht man mein Gesicht und meine Arme und natürlich meinen tollen Bauch. *grins* Mir geht es gut und hin und wieder zeige ich das Mama auch, in dem ich mir schon mal Mühe gebe, mich bei ihr bemerkbar zu machen.
Vorrangig morgens um 5 Uhr. Da rolle ich mich dann zu einer festen Kugel zusammen und hänge wie ein Ei auf ihrer Bauchdecke. Wenn Mama dann die Hand drauflegt, mache ich mich ganz schnell flach und verschwinde in den Untiefen ihres Bauches. In der 16. Woche habe ich Papa guten Morgen gesagt. Er hat mich ganz deutlich gespürt als er seine Hand auf Mamas Bauch legte und mit ihr noch einwenig beim Aufwachen gekuschelt hat.

Wir befinden uns in der 19. Woche und der große Ultraschall ist angesagt. Ich präsentiere mich als fidel, winke und drehe in alle Richtungen, damit Mama und Papa mich auch wunderbar sehen können. Ich bin jetzt etwa 25cm lang und gleiche einem "abgezogenen Hasen" (Zitat von Mamas Frauenarzt). Wie bei meinem Bruder ist mein Kopf eher klein, mein Rumpf eher groß und meine Beine lang. Tia, ich muss ja auch was hermachen, wenn ich rauskomme, denn schließlich werde ich meinen Bruder Konkurrenz machen. *hihihi* Ultraschallbilder sind eben doch sehr eindeutig, wenn es um uns Männer geht. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Des Rätsels Lösung heißt: Ich bin ein Junge.

Mama befindet sich in der 21. Woche und sie ist richtig - R I C H T I G - rund. Die Feierlichkeiten meines Bruders haben sie einige Kilos gekostet, was sie ziemlich mitnimmt. War sie doch so stolz bis dahin eine gute Figur abgegeben zu haben. Auch hat sie es mittlerweile gut verkraftet, dass ich kein Mädchen bin. Ich sagte ja, ich führe sie an der Nase herum und meine anfängliche Zickigkeit beweist nur, dass auch wir Männer unseren eigenen Kopf haben. Mit der Tatsache, dass ich mich als Mann erweise, geht auch die Namensgebung nun einher. Da die Anfangsbuchstaben ja nun mal feststehen, sollte das ja kein Problem sein, aber man glaubt es kaum, man kann sich sogar über die Silbenanzahl - was auch immer das ist! - ausgiebig unterhalten. *augenroll*

Wir sind in der 27. Woche. Hatte ich etwas von rund erzählt? Nun, das war ja nur der Anfang. Wir zeigen jetzt Bauch und so zwar so stolz, dass jedes Kind im Kindergarten uns schon darauf anspricht, ob da in diesem Bauch ein Baby drinstecken würde. Ganz offensichtlich: Ja! Ansonsten geht es mir gut. Wir haben dem Ultraschall in der 21. Woche keinen direkten Augenkontakt mehr gehabt, aber dafür übe ich mich in abendlichen Boxrunden, denn dann heißt es: 

Kuscheln verboten, Kuscheln verboten 
Kuscheln verboten, streng verboten! 
Keiner der mich je gesehn hat, 
hätte das geglaubt: 
Kuscheln ist bei mir nicht erlaubt.

Tia, das geht nämlich nicht, wenn Mama sich hinlegt, dann bin ich dran, mich neu zu positionieren und wenn dann Papas Rücken oder meine Geschwister meinen sich da einmischen zu müssen, dann gibt es ganz klar Haue. Und zwar so eindeutig, dass keiner von denen sich auch nur in Mamas Bauchnähe wagt. Ehrlich gesagt, gibt es dann sowieso besseres zutun: "Bauchkino" oder das Spiel: "Fang die Beule" - Kennt ihr nicht? Tia, das ist Pech, müsst Ihr Euch eben auch ein paar dicke Bäuche zulegen - mit lebendigen Inhalt, versteht sich! *grins*

Mama ist der Meinung, dass ich ihr den schönsten Bauch präsentiere. Sie sieht aus, als hätte sie einen Basketball verschluckt und alle Frauen dieser Welt freuen sich, weil sie sofort feststellen: "Es wird ein Junge!" Als hätte das irgendetwas zu sagen. Moritz war auch ein Junge und Mama sah trotzdem mehr breit als spitz aus. Obwohl, Papa meint immer Moritz sei ein Weichei... vielleicht lag's ja daran. *frinz*
Egal wie, obwohl der Bauch toll aussieht, stöhnt Mama ganz schön. Sie findet mich ungemein schwer, was die Waage gar nicht so bestätigen kann. Wir sind nämlich mit nicht mal 8 Kilo richtig gut im Rennen. Ob ich in den letzten 11 Wochen tatsächlich noch die obligatorischen 20 Kilo schaffe? 1 Kilo pro Woche... hm, ich werde mal darüber nachdenken, was ich davon halten soll.

Wir zählen die 30. Woche und der große Ultraschall mit Papa stand an. Zuerst einmal: Mir geht es gut, ich bin ganz zeitgerecht entwickelt und nicht der absolute Riese, was wir alle ganz gut finden. Zur Zeit hocke ich im Schneidersitz in Mamas Bauch, Kopf unterhalb des linken Rippenbogens und der Rücken geht dann rechts weiter, so dass der Popo schön unten sitzt. Und genau die Einstellung hatte ich heute auch zu diesem "Babywatching"-Termin: Lass mir mal meine Ruhe! Mit Müh und Not habe ich mich für eine Profilaufnahme hergeben lassen, aber ansonsten habe ich alles im Inneren versteckt, so dass man mich nur organisch abprüfen konnte. Das reicht ja schließlich auch, sie werden mich in 10 Wochen früh genug zu Gesicht bekommen. Auch das CTG war völlig harmlos, hätte ich ihnen gleich sagen können, aber auf mich hört ja niemand. Wie auch immer, ab jetzt geht es im 2 Wochen - Takt weiter, ich bin ja mal gespannt, was da noch kommt.

34. Woche: Es gibt nichts Neues bei mir. Mama liegt so bei 77kg, sprich sie hat jetzt 11 Kilo zugenommen - schon blöd, dass das Ausgangsgewicht einfach höher war wie bei meinen Geschwistern. Sie hegt die Hoffnung, dass sie 3 Kilo pro Geburt nach mir dann doch endlich mal wieder los wird. 
Auf alle Fälle liege ich jetzt mit dem Kopf nach unten, was Marlene als sehr beruhigend empfindet: "Der liegt in Startposition wie Michael Schuhmacher." - was für eine Vergleich.

Meine Geschwister sind völlig begeistert mit mir zu schmusen und Mamas Bauch zu küssen. Sie glauben doch allen Ernstes, dass ich das toll finde, wenn Mamas Bauch abgeschleckt wird. Naja, wenn Mama das über sich ergehen lässt, ist das ja ihre Sache, aber wehe die kommen auf die Idee und machen das noch, wenn ich mein Ein-Mann-Appartement verlassen habe. *grusel*

Es wird nun doch langsam eng. 5 1/2 Wochen noch und wir haben nun auch den obligatorischen Gipsabdruck hinter uns gebracht. Naja, was heißt wir? Mama, denn ich habe es, im Gegensatz zu meinen Geschwistern, komplett verschlafen. Mama wird nun doch langsam träge, aber das liegt auch daran, dass sie nachts einfach nicht mehr schläft. Dabei bin ich gar nicht schuld! Ich schlafe nachts eigentlich meistens bis auf ein paar Drehungen, aber Mama meint ja ab 4 Uhr morgens Wachsein zu müssen. Irgendwie wirkt sie mir doch etwas unruhiger als die letzten Wochen. Sie führt Listen, was sie noch alles erledigt haben will und tut so als würde ich morgen "schlüpfen", aber ich bin doch völlig ruhig und gebe gar keine Anzeichen, dass ich raus will. Noch finde ich es sehr gemütlich und die Kündigung ist auch noch nicht für mein Ein-Mann-Appartment eingetroffen. Also keep cool, Mama. Es wird auch nicht anders wie bei meinen Geschwistern werden....

Ha, die 8o Kilo sind erreicht! Ich wusste es doch, dass sie es nicht schaffen würde! *grins* Aber es sind auch nur noch 2 Wochen, die sie bei dem Gewicht ausharren muss. Mama, du schaffst das schon! Bis auf die Hitze, ist sie nämlich noch ganz fit. Und ich fühle mich immer noch pudelwohl in meinem Bauch. Also macht Euch nicht verrückt und carpe diem!

 
 

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Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009