Mein 2. Jahr
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Meinen 1. Geburtstag feiere ich ganz beschaulich im kleinen Kreis. Ich bin zwar mittlerweile beweglich und esse feste Nahrung, aber da ich doch eher der gemütliche Typ bin, verzichte ich auf die große Party und lasse mich einfach so verwöhnen.

Am 1. September komme ich dann urplötzlich in die Kita und mein Leben stellt sich auf den Kopf. Aber bekommt keine Angst, ich finde es toll. Im Krabbeln bin ich ein Held und ein noch größerer Held bin ich im Hochziehen und Klettern. Ich kann zwar nicht Laufen, aber ich klettere überall hoch, wo es nur geht und wenn ich mir dazu irgendwelche Gegenstände als Stütze heranziehen muss.

Im Oktober entdecke ich meinen Rollwagen und fahre darin meinen Bruder freudestrahlend durch die Wohnung. Das ist total klasse und meine Geschwister lieben es, wenn ich das tue. Es ist vor allem Praktisch, denn sitzt keiner im Rollwagen, wird der so schnell, dass es mich jedes mal zerlegt.

Meinen ersten Schritt zeige ich dann am 6. November. Aber glaubt bloß nicht, dass ich nun Laufen würde. Erstmal muss ich das Stehen im Raum üben. Und das kann ich dann im Dezember so gut, dass ich pünktlich zu Weihnachten fit fürs Laufen bin.

Zu Weihnachten bekomme ich auch meinen ersten Haarschnitt. Ich sehe nun wie ein richtiger kleiner Junge aus, nur mit dem Sprechen... also mal ganz ehrlich, wenn man Laufen kann, muss man doch nicht gleichzeitig Quatschen. Obwohl, reden tue ich ja viel, nur verstehen tut es keiner.

Im Januar habe ich dann meine ersten klaren Worte: heiß, haben und nein.

Ich finde, damit kommt sehr gut klar!

Meine Hobbys: Putzen, Stöcke (Besen und ähnliches), Kochen und Aufräumen. Hey, Leute, ich werde der perfekte Hausmann!

Im Winter 2007 habe ich einen tollen Trick meine Eltern zu tyrannisieren oder besser gesagt abzurichten. Ich habe es geschafft, dass ich pünktlich 20 Minuten nach Bettgehzeit mich übergebe. Ich kündige das mit einem kleinen Husten an. Meine Eltern sind so gut trainiert, dass sie auf das Hustengeräusch sofort losrennen, ein Spucktuch organisieren, zu mir ins Zimmer stürzen, mich aus dem Bett hieven, auf den Schoß setzen, von wo ich dann auf den Holzfußboden meinen Mageninhalt entleeren kann. Wir sind so gut, dass sie nur den Boden aufwischen müssen und sonst nichts dreckig wird. Dann legen sie mich ins Bett und ich schlafe seelenruhig ein. Gäste beobachten dieses Spektakel zuweilen mit leichter Irritation. In meiner elterlichen Hilflosigkeit werde ich zum Kindarzt geschleppt, der es zuerst gar nicht glauben kann, dass ich so pünktlich einmal am Tag mich übergeben kann. Natürlich gibt es wilde Spekulationen, auf was ich allergisch reagiere. Es wird die Wurstpelle weglassen, dann frisches Obst mit Schale reduziert und zum Schluss glauben sie, dass es eventuelle eine Laktoseintoleranz seine könnte. Ich bekomme erst einmal Antiübelkeitszäpfchen, damit der Kreislauf durchbrochen wird, weil der Arzt meint, ich sei konditioniert. Aber das hilft nichts, ich übergebe mich weiterhin pünktlich um 20 nach 8. Daraufhin bekomme ich Blut abgenommen, und es wird ein akuter Eisenmangel festgestellt. Ich bekomme also den leckeren Saft und nach 2 Wochen hört plötzlich mein Erbrechen auf. Die fast 4 monatige Tortur meiner Eltern hat endlich ein Ende. Eigentlich schade, es hat so ein Spaß gemacht. .oO(die konnten aber auch flitzen!)

Im März 2008 bin ich dann mit Selbstgesprächen beschäftigt. Die hören sich etwa so an:

"Wo ist der Papa?" - "Hier"

"Meine Mama!" - "Mama weg."

Ob Ostern 2008 habe ich folgenden Lieblingssatz:

"Papa ist da." - "Papa da?" - "Flasche leer." Dabei spielt vor allem meine Gesichtsmimik eine besondere komische Rolle. Die 50-Wortmarke habe ich so im Mai 2008 erreicht und somit erwarten wir einen großen Sprachschub.

24. Mai 2008: Mama steht oben am Bürofenster und schaut zu. Ich spiele unten im Garten. Plötzlich stolpere ich und falle hin. Ich weine ganz fürchterlich und rufe zu meiner Mami: "Baby aua!" Damit ist es durch: ich bin Baby, auch wenn mich keiner so nennt. Ich nenne mich so!

 
 

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Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009