Mein 3. Jahr
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Wow, plötzlich bin ich zwei Jahre alt! Ich kann's zwar noch nicht sagen, aber ich war ungemein gut darin, beide Kerzen auszublasen. Kerzen ausblasen ist sowieso mein Hobby und daher werde ich wohl auch mal zur Tüta gehen, sprich: zur Feuerwehr! 

Mein drittes Lebensjahr begann mit sehr viel Feiern. Denn am Sonntag, den 19. März 2006 wurde ich getauft und ich fand's ganz toll. Auch wenn dieses Jahr der Winter fast gar nicht vorbeigehen will, so hatten wir an meinem Tauftag tatsächlich das erste Mal einen richtig frühlingshaften Tag und wir konnten richtig schön draußen spielen. Vom Gottesdienst habe ich nicht so viel mitbekommen. Ich fand das blaue Tuch so toll, dass ich mich darin ständig versteckt habe. Matthias, unser Pfarrer, hat mich dann plötzlich ganz nass gemacht und erst fand ich es gar nicht toll und habe ihn angefunkelt, aber dann hat es mir einen Heidenspaß gemacht, alle Kinder um mich herum auch zu taufen.

Mama bekommt ja ein Baby. Sie sagt immer, dass es ein Bruder wäre, aber ein Bruder bin doch ich. Das finde ich sehr verwirrend. Dass das Baby im Bauch ist, weiß ich schon und dass man ein Baby im Kinderwagen schieben muss auch. Ich übe ganz kräftig mit Lisa. Marlene und ich haben uns übrigens alte Babykleidungsstücke für Lisa herausgesucht, als Mama Marlenes Kleidersammlung aussortiert hat. Sie sagt, dass wir die jetzt sowieso nicht mehr brauchen. Ein paar Teile hat sie in eine Kiste getan, die sie nicht weggeben hat und ein paar Teile hat jetzt Lisa bekommen. Marlene ist ganz stolz und mir gefällt es auch.

Ich habe nun auch endlich verstanden, dass nur in Mamas Bauch ein Bruder wohnt und nicht ich mit Bruder gemeint bin oder in jedem dicken Bauch ein Baby wächst. Ich liebe es durch den Bauchnabel ihn zu pieksen, irgendwie müssen die Fronten ja schon frühzeitig abgesteckt werden. Meine Sprache entwickelt sich nun hörbar: ich beginne 2-3 Worte zusammenzufügen, um so etwas wie einen Satz bilden. Meine Eltern sind sichtlich erfreut, allerdings beharre ich weiterhin darauf, dass ein Polizeiauto und ein Feuerwehrauto in die Kategorie Krankenwagen fallen, genauso wie ein Müllauto eben ein Müllbagger bzw. ein Müllauger ist.

Ich bin ziemlich gewachsen in den letzten Monaten, auf alle Fälle trage ich bereits Marlenes Jacken und Pullis vom letzten Jahr. Mal sehen, wann ich sie eingeholt habe. *grins*

Als Marlene im Mai ihr Fahrrad bekommt, bekomme ich ihr Likebike. Wir gehen also auf einen Spaziergang. Marlene mit Rad und ich mit Rad. Ich bin so stolz und schiebe mein Fahrrad wie Marlene den Berg hoch und zu dem kleinen Parkplatz bei der Grundschule. Während Marlene ihre ersten Runden dreht, drehe ich meine. Aber bitte nicht zu schnell - alles ganz ruhig. Einen kleinen Schritt nach einem anderen kleinen Schritt und so tippele ich ganz langsam meine Runden auf dem Parkplatz. Ich strahle ganz stolz über das gesamte Gesicht und schaffe es in diesem Schneckentempo in den einzigen Busch zu fahren, der weit breit zu finden ist. Aber ich gebe nicht auf. Während Marlene vorweg radelt, tippele ich weiterhin in meiner Tippelschnelligkeit hinterher und freue mich darüber, was für ein tolles Fahrrad ich doch jetzt habe! *G* Noch nie in meinem Leben habe ich Langsamkeit so sehr ausgekostet. Und immerhin: Der Spaziergang dauerte gute 2 Stunden!

Mama und Papa sind nach Norwegen gefahren und ich habe bei Baba festgestellt: "Papa weg, Mama weg, Baby weg." 

13. Juni 2006: Ich habe ganz heimlich das Töpfchen entdeckt und kam völlig aufgelöst ins Haus reingelaufen, aber dann war die Freude so groß, dass man glauben konnte, ich hätte das entscheidende Tor bei der WM geschossen.

Mit dem Likebike läuft es jetzt auch schon richtig gut. Mit Mama und Marlene (auf dem Fahrrad) gehen wir immer um den Block spazieren. Das macht richtig Spaß und weil Mama nicht mehr so schnell unterwegs ist mit ihrem dicken Bauch, flitze ich ihr mittlerweile auf meinem Fahrrad davon. Marlene kann ich natürlich nicht einholen.

Das Baby soll raus! Ich mag jetzt nicht mehr warten, obwohl man mit Mama jetzt so richtig gut kuscheln kann. Bauchkuscheln macht wirklich Spaß, deshalb nennt mich Mama auch nur noch "Schmusekater". Miau!

Wisst ihr was ein Hundebär ist? Ich sage es Euch: Das ist die Carlie, Omis Welpe. Die war 10 Tage bei uns im Urlaub und hat bei uns den Garten umgegraben. Die Carlie isst auf dem Boden, ich weiß genau wie das geht. Wenn Ihr mal kommt, zeige ich Euch, wie Carlie das gemacht hat. Und sie spielt gerne mit dem Ball. Dann macht sie immer rmmmrmmm. 

Mamas Bruder ist da. Ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. Ich habe mir genau angeschaut, wie die Milch aus Mamas Brust kommt und fand es nicht wirklich begehrenswert, einen Geschmackstest zu machen. Da nehme ich doch lieber das Spucktuch und drück es auf die Brust, damit nix mehr rauskommen kann. Die ersten zwei Wochen habe ich doch ziemlich damit gehadert, dass ich nicht mehr jeder Zeit mit meiner Mama kuscheln kann, aber mittlerweile haben Mama und ich einen Weg gefunden, um meinem (und vor allem IHREM!!!!) Kuschelbedürfnis nachzukommen. Viel gibt es, was mich betrifft nicht zu erzählen. Sicher, ich bin ein wenig hektischer als sonst, aber bei weitem nicht so wie das Marlene bei mir war. Auffällig ist nur, dass ich extrem viel rede - allerdings nur, wenn Marlene nicht da ist. Schade nur, dass mich selten einer versteht, weil ich meinen Gedanken gar nicht richtig Ausdruck verleihen kann.
Mein größter Wunsch ist es jetzt, in den Kindergarten zu kommen, aber wenn ich Mama richtig verstehe, wird da wohl nichts draus.

"Nach Hause fahren." Das sage ich den ganzen Tag und meine Eltern verstehen nicht, wieso ich das sage, wo ich doch zuhause bin! Ich weiß natürlich, dass ich zuhause bin, aber das ist es doch, was ich meine: Nur wenn wir wegfahren, kann ich nach Hause fahren und da ich nach Hause fahren will, müssen wir notgedrungen erst einmal unterwegs sein. Aber das versteht natürlich keiner, dass ich eigentlich was unternehmen will.... Autobahnfahren oder Zugfahren oder Busfahren... das wäre toll. Aber wenn ich diese Worte fallen lasse, hört mir ja keiner zu. *seufz*

Als mein Bruder 6 Wochen alt wurde, habe ich ihn endlich als "Kuschelobjekt" für mich entdeckt. Den kann man herrlich "Bussis" geben, weil er sich nicht wehren kann. Aber halten möchte ich ihn immer nur ganz kurz, weil er sonst anfängt zu weinen.

"...und der Zug?" Ich lese unheimlich gerne Bücher. Am liebsten natürlich Bücher mit Fahrzeugen. Mit Omi macht das besonders viel Spass. Hin und wieder versucht sie mir allerdings auch andere Bücher unterzujubeln. Zum Beispiel über Tiere vom Bauernhof oder im Wald. Das ist ja alles sehr interessant, aber am Ende bleibt immer eine Frage offen: "... und der Zug?" 

"Ach menno..." Der September ist ein schwerer Monat für mich. Ich bin 2 1/2 Jahre alt und nichts läuft so wie ich es will. Abgesehen davon ist meine Standardantwort erst einmal immer "Nein." Wenn die anderen nicht machen, was ich will, mache ich auch nicht, was die wollen. So einfach ist das. Merkwürdiger Weise bringt es mir überhaupt nichts. Die tun trotzdem, das was sie wollen, egal ob ich nein sage oder nicht. *hmpf*

Am 16. September bekam ich meine erste Unterwäsche gekauft, da ich fand, dass es für die Nacktkörperkultur nun doch etwas zu kalt geworden war. Da ich von Natur aus jemand bin, der Dinge anders angeht als alle anderen meiner Altersgenossen, war ich der Meinung, es sei sinnvoller zuerst die Windeln nachts wegzulassen und tagsüber, sofern ich mich zuhause aufhielt. Meine Mama hatte mir "Auto"-Unterwäsche und "Wickinger"-Unterwäsche gekauft, deren Motive ich unheimlich toll fand und somit lief ich stolz (wie ein Gockel) herum und zeigte jedem, was für eine tolle Wäsche ich doch nun trug. Nun ist eine Woche vergangen und ich trage immer noch keine Windeln in der Nacht und ich habe es immer bis zum Morgen geschafft, trocken und wohlbehalten aufzuwachen. Dafür wächst mein kleiner Bauch in Gummibärchenform nun merklich an! *grins* (Anm.: für jeden erfolgreichen Töpfchengang, gibt es eine Ration Gummibärchen - na wenn das kein Anreiz ist?) Meine Familie ist sichtlich gespannt, ob ich es tatsächlich schaffe, vor dem Winter aus den Windeln endgültig rausgewachsen zu sein. - Ich bin es auch!

Im November beginne ich nun endlich auch mal von mir in der "Ich"-Form zu reden. Und Marlene heißt nun endlich auch "Marlene" und nicht mehr nur Mama. Aber irgendwie hört sie trotzdem nicht besser auf mich. Ich finde zur Zeit sowieso alles blöd. Marlene ist 5 Jahre und darf so vieles, was ich auch endlich will: Kindergarten, Schule, Klavierspielen, Kaugummikauen und Micheltragen. "Wenn Moritz fünf, dann auch in die Sule gehen."
Ok, das mit dem "Ich" funktioniert immer noch nicht so richtig, aber es kommt!

Gerne besuche ich meinen Freund Jona(than). Eisenbahnspielen und LKWs hat er auch. Das macht Spaß. Und bei der Babsi gibt es Müsli!

Im Dezember entscheide ich, dass ich mit Flo tanzen will. Marlene hat keine Lust mehr und ich habe ganz laut "hier!" gerufen und Mama gesagt, dass ich gehen will. Also gehe ich jetzt jeden Mittwoch tanzen und ich bin total glücklich.

Mit der Eifersucht habe ich ziemliche Probleme über den Jahreswechsel. Ich mache immer in die Hose, wenn Mama keine Zeit für mich hat und ich finde, das kommt ziemlich häufig vor. Ich bin auch richtig sauer auf Mama, aber sie schimpft mich nicht wirklich und zieht mich meistens um. Manchmal, wenn ich es in einer Stunde doch arg übertrieben habe, dann lässt mich auch länger als notwendig mal in den Sachen. Das finde ich irgendwie gemein und so ist dieses Projekt der Aufmerksamkeitssuche nach knapp 2 Monaten wieder abgeschlossen.

Ich habe besonders Glück: Marlene macht so ein komisches Schulprojekt mit und ich darf daher schon ab dem 12. Februar 2007 ihren Platz im Kindergarten vertreten. Ich bin so stolz. Und weil die Eisbären mich so gern haben, werde ich sogar als Gast bleiben dürfen. Ist das vielleicht kein tolles Geburtstagsgeschenk!

Im Kindergarten feiere ich mein erstes Faschingsfest und ich bin ein Dampflockpirat! Das war cool.

 

 

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Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009