Mein 5. Jahr
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Mein 4. Geburtstag ist schon lange vorbei, denn Mama muss aus den Erinnerungen heraus über mein 5. Jahr schreiben. Seit sie zur Uni geht, hat sie nämlich keine Zeit mehr, hier ordentlich die Neuigkeiten reinzustellen und zudem ist zwischenzeitlich für über 1 Jahr der Zugang gesperrt gewesen, so dass eine Pflege auch gar nicht möglich war.

Mein 5. Jahr war geprägt von diagnostischen Untersuchungen im SPZ, weil man sich wieder einmal Sorgen hinsichtlich meiner Entwicklung machte. Das waren neben meinen Eltern vor allem auch der Kindergarten. Wenn man mittendrin steckt, dann fehlt einem häufig der nötige Abstand und die notwendige Gelassenheit. Aber es hatte auch etwas Gutes: Ich habe Frau Immel kennengelernt. Sie ist Motologin und bei ihr kann man ganz toll spielen. Zur ihr gehe ich einmal in der Woche und ich nehme immer ein Geschwisterkind mit. Frau Immel kann streng sein, wenn man sich nicht an die Regeln hält, aber sofern man kooperiert, hat unendlich viele Möglichkeiten, seinen Spaß zu haben. Sie hat dort ein großes Trampolin und einen Schrank voller großer Kissenbausteine, mit denen man Straßen, Burgen und Garagen bauen kann. Besonders liebe ich es, das Klettergerüst aufzubauen oder mal Puppentheater zu spielen. Frau Immel zeichnet dann, wenn ich sie darum bitte, mein Gebautes auf, so dass ich es in der nächsten Stunde wieder aufbauen kann. Marlene, Michel und ich gehen ungemein gerne zu ihr. Mama kommt auch immer mit und sitzt dann in der Ecke und schaut uns zu. Das finde ich schön, dass sie sich die Zeit nimmt, denn sie hat nur noch wenig Zeit für uns. Meistens muss sie für die Uni lernen. Manchmal gehe ich auch mit ihr mit. Das finde ich sehr spannend und es tut gut, zu wissen, wo Mama ist, wenn sie weg ist.

Am 16. August 2008 hatte ich mein erstes und einziges Fußballspiel gegen Kleinlinden. Sogar Onkel Michael ist dafür angereist und wir hatten einen tollen Tag. Ich durfte in der ersten Halbzeit auch spielen, aber obwohl ich ganzen Einsatz gegeben haben, haben letzen Endes doch 0:10 verloren. Das war ein herber Schlag. Ich bin in der Zwischenzeit ein großer 46ers Fan geworden. Obwohl ich während meines 5. Lebensjahres nur Fußball gespielt habe, so dürfen wir Samstags Abend jetzt immer alle mit zum Spiel gehen. Mama und Papa finden es cool keinen Babysitter mehr für uns zu brauchen und wir finden es cool so lange aufbleiben zu dürfen.

Im Januar 2009 sind wir mit Papa in die 13 einhalb Leben des Kapitän Blaubärs gegangen. Das ist ein Musical und ich fand es ganz toll. Seitdem liebe ich das Theater und ich hoffe, dass wir bald wieder einmal hingehen werden. Papa liest uns seitdem fast jeden Abend aus dem dicken Buch vor. Das ist viel schöner, als Kassette zu hören. Das können wir auch gar nicht mehr, weil mein Kassettenrekorder und der CD-Player von der Marlene kaputt sind. Jetzt kann nur noch Michel Kassetten hören, aber das ist ja für uns zu weit weg.

Meine beste Freundin Sandra ist im Februar nach Paris umgezogen. Eigentlich ist es London, aber ich kann es mir nicht merken und sage immer Paris. Sie hat mir eine Postkarte geschrieben und ich habe mich gefragt, wie sie das Foto gemacht hat. Mama meinte, das hätte sie gekauft, aber ich verstehe das nicht so ganz, weil es ist doch ganz eindeutig ein Foto. 

 

 

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Copyright © Kestenbaum, Stand: 13. Oktober 2009